Wir leben in einem andauernden Entwicklungsprozess und fortlaufenden Wandel der Technologien. Längst wird digitalen Veränderungen keine Nebenrolle des privaten Lebens mehr zugeschrieben. Die Digitalisierung bestimmt maßgeblich unseren Alltag und erhält einen besonderen Stellenwert in unserem Leben – und damit insbesondere für die Arbeitsweise in Unternehmen. Um nicht langfristig vom Markt gedrängt zu werden, sind diese auf ihre interne Weiterentwicklung hinsichtlich digitaler Technologien angewiesen.

Entscheidend für die erfolgreiche Transformation sind neue Ansätze für die Organisation des Unternehmens und die innerbetriebliche Kultur. Hierzu gehört zum Beispiel die Bereitschaft der gesamten Organisation, diese ständigen Veränderungen mitzutragen und zu gestalten.

Bereits seit einigen Jahren wird über die Betrachtungsnotwendigkeit einzelner Prozessfelder gesprochen. Wo stehen Unternehmen also heute? Mithilfe des durch ACATECH entwickelten Industrie 4.0 Maturity Index, welcher ein Zusammenspiel aus Ressourcen, Informationssystemen, Organisationsstruktur und Kultur darstellt, ist es möglich, den Status Quo unterschiedlicher Unternehmen zu ermitteln. Auf Grundlage dessen kann der fortlaufende Reifeprozess dargestellt, analysiert und genutzt werden, woraus sich künftige Szenarien erkennen lassen, die Wissen vermitteln und damit eine Basis der Entscheidungsfindung bilden. Durch die Anwendung des Maturity Index wird eine Fokusverlagerung innerhalb der Unternehmen ermöglicht, aufgrund derer die Ziele der Agilität und Beschleunigung zunehmend erreicht werden. Durch das eigenständige Arbeiten der Systeme, begründet durch die Anwendung digitaler Technologien, werden Planungen und Kalkulationen nicht länger auf Grundlage von Prognosen erstellt, sondern berechnen sich aus sicheren Zahlen und Fakten, wodurch die Fehleranfälligkeit deutlich sinkt. Trotz der Entlastung der Mitarbeitenden stellen diese eine grundlegende Notwendigkeit dar und werden im Digitalisierungsprozess geschlossen eingebunden: Neben dem technologischen Verständnis muss das Wissen hinsichtlich organisatorischer sowie kultureller Veränderungen einbezogen werden. Zudem stellen Innovationsprozesse auf Kommunikationsbasis der Mitarbeitenden eine unabdingbare Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine dar. So geht mit dem digitalen Wandel ebenfalls ein Wandel innerhalb der Organisationsstruktur einher, welcher sich durch einen hohen Bedarf an eigenverantwortlichen Mitarbeitenden auszeichnet. Durch ein erfolgreiches Zusammenspiel von digitaler Transformation und Personal gelingt eine Anpassungsbereitschaft durch das Erkennen von Veränderungsmöglichkeiten und einer daraus folgenden Einleitung entsprechender Handlungsmaßnahmen. Eine effiziente Umsetzung der Unternehmensziele erfolgt so durch eine offene Kommunikation innerhalb eines demokratischen Führungsstils, durch den Entscheidungen langfristig auf Grundlage von transformiertem und generiertem Wissen getroffen werden können. Der erzielte Status Quo durch den Industrie 4.0 Maturity Index trägt folglich, in Hinblick auf individuelle Nutzen und Ziele, zur Optimierung der Unternehmen bei.

Augmented Reality (AR) / Virtual Reality (VR)

Ein Beispiel  bietet Augmented Reality: Die Übertragung digitaler Informationen auf die reale Welt schafft eine neue Dimension von Anwendungsfällen.
Digitale Informationen aus 3-D-Modellen, Sensordaten oder Berechnungen aus den IT-Systemen werden mit der realen Welt in Kontext gesetzt. Dies ermöglicht einen umfassenden Informationsfluss aus der IT-Welt beispielsweise zu den Bedienenden einer Maschine oder Servicetechnikerinnen und -technikern. Im Ergebnis können die zugeteilten Aufgaben wesentlich schneller und fehlerfreier umgesetzt werden, sobald die relevanten Daten vorliegen. Die manuelle oder telefonische Suche nach Informationen entfällt. Das Fraunhofer-Institut IGD sei an dieser Stelle mit der Weiterentwicklung eines Virtual Reality-Standards (VR) benannt: Durch die VR-Brillen neuester Generation werden insbesondere Montage- und Wartungsarbeiten vereinfacht, indem Handreichungen und Vorgehensweisen in einer virtuellen Umgebung vorexerziert und leichtverständlich nachgeahmt werden können – bei maximaler Flexibilität und Agilität. Durch reale, visuelle und akustische Anweisungen wird das Lernen bereits innerhalb der Ausbildung mittels Simulation unterstützt.

ACATECH – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

ACATECH vertritt die deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierterWeise. Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu den Mitgliedern der Akademie zählen herausragende Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und UnternehmenACATECH finanziert sich durch eine institutionelle Förderung von Bund und Ländern sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel. Um den Diskurs über technischen Fortschritt in Deutschland zu fördern und das Potenzial zukunftsweisender Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft darzustellen, veranstaltet acatech Symposien, Foren, Podiumsdiskussionen und Workshops. Mit Studien, Empfehlungen und Stellungnahmen wendet sich acatech an die Öffentlichkeit.

ACATECH besteht aus drei Organen:

  1. Die Mitglieder der Akademie sind in der Mitgliederversammlung organisiert

  2. das Präsidium, das von den Mitgliedern und Senatoren der Akademie bestimmt wird, lenkt die Arbeit

  3. ein Senat mit namhaften Persönlichkeiten vor allem aus der Industrie, aus der Wissenschaft und aus der Politik berät acatech in Fragen der strategischen Ausrichtung und sorgt für den Austausch mit der Wirtschaft und anderen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Die Geschäftsstelle von ACATECH befindet sich in München. Zudem ist ACATECH mit einem Hauptstadtbüro in Berlin und einem Büro in Brüssel vertreten.